TIPPS

Funktionstüchtiges Dach ist vor allem ein trockenes Dach. Um die Dachsicherheit zu gewährleiten, reicht der wirksame Wasserschutz allein nicht aus. Ordnungsgemäße Feuchteabführung und Wasserdampfdiffusion in den Außenbereich und damit die Vorbeugung der kleinsten örtlichen Feuchtebildung wird nur durch die ordnungsgemäße Belüftung des Dachraumes erreicht.

Beim geneigten wärmegedämmten Dach mit einem Dachgeschoss finden am häufigsten folgende Lösungen Anwendung:

  • Dach mit Holzschalung und Vordeckung.
    Die Lüftung ist doppelt: unter der Verbrettung wie auch über der Vordeckung. Die Vordeckung und Holzschalung sollten im Dachfirstbereich offen sein, damit richtige Belüftung unter der Schalung gewährleistet wird, und dadurch ordnungsgemäße Ableitung der Feuchte aus dem Dämmungsbereich nach Außen. Zwischen der Holzschalung und der Wärmedämmung muss eine Belüftungsschlitze vorgesehen werden.
  • Dach ohne Holzschalung mit Vordeckung
    Vordeckung. Die Dachbelüftung ist doppelt: unter die Vordeckung, wie auch über sie. Die Vordeckung sollte im Firstbereich offensein, um die die Luftzirkulation über die Wärmedämmung zu gewährleisten und damit die Feuchte in den Außenbereich abzuleiten. Es wird vorgeschrieben, zwischen der Folie und Wärmedämmung eine Belüftungsschlitze zu bilden.
  • Dach mit Holzschalung und Vordeckung mit einer hochdiffusionsoffenen
    Unterdeckbahn (Membrane) gibt es nur eine Dachbelüftung. Der niedrige Diffusionswiderstand der Dachmembrane fördert die Feuchteabführung über die Vordeckung in den Außenbereich. Die Vordeckung muss im Dachfirstbereich nicht offen sein. Dadurch wird der Firstbereich abgedichtet und vor Regenwasser geschützt. Fehlende zusätzliche Belüftungsschlitze beeinflusst positiv den sparsamen Energieverbrauch bei der Beheizung des Dachbodens – die Wärmedämmung wird nicht durch die umlaufende Luft abgekühlt.

Dachpappe

Als Vordeckungsmethode fand die populäre Bitumenpappe breit Anwendung, die auf Schalungsdächern verlegt wurde. Wegen dem sehr hohen Diffusionswiderstand ist richtige Dachbelüftung notwendig, die der Feuchtebildung unter der Schalung vorbeugt. Zu hohe Feuchte unterhalb der Schalung kann das Abfließen des Kondensationswassers in die Wärmedämmung verursachen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Lüftungsschlitze eingeplant wird. Die Größe muss jeweils an die Dacheigenschaften angepasst werden. Dies bedeutet, dass die Größe der Lüftungsschlitze nicht konstant ist und grundsätzlich von der Dachfläche abhängt, also von der Breite und Länge der Sparren. Die Belüftung muss oft mit einem Zubehör unterstützt werden. Die Daten zur Schlitzengröße und insbesondere die Berechnung wird in der Einbauanleitung der jeweiligen Hersteller beschrieben. In Praxis kommt leider selten vor, dass die Belüftungsschlitze nach den Vorgaben geplant wird.

Angenommen, dass die belüftungsschlitze gut berechnet wurde, bleibt noch die ordnungsgemäße Ausführung. Die Praxis zeigt wieder, dass die Verwendung von Bindfaden, Draht usw., um die Distanzierung zwischen der Dachschalung und der Unterspannbahn keine Lösung auf die Dauer ist. Mit der Zeit wird diese Distanz verbraucht und die Ergebnisse sieht man schon nach einigen Jahren – die Bindungen halten keine Distanz und die elastische Wolle bereit sich, was zur Sperrung der Lüftungsfläche führt und die Feuchtigkeit, Wasserdampf haben einen versperrten Weg, um abgeführt zu sein. Diese Lage führt schnell zum Verfall des Dachbereiches. Man muss erwähnen, dass die Verlegung einer Lüftungsschlitze sehr viel Arbeitsaufwand kostet und wird zum wichtigen Kostenfaktor, aber dagegen wird die Dauerhaftigkeit dadurch verbessert. Die Dachschalung ist auch kostspielig und verursacht weitere Aufwendungen für weitere Baustoffe. Man kann darauf schließen, dass die Dachschalung und Dachpappe eine kostenintensive und zeitlich aufwendige Lösung ist. Die Verlegungsweise verbirgt in sich hohe Wahrscheinlichkeit, dass beim Einbau Fehler begangen werden. Das Angeführte wie auch die Preis der Dachpappe, Gewicht und Handhabung der Anwendung bedingen, dass man von Dachschalung und –pappe absieht und alternative Formen der Vordeckung, bevorzugt werden, um den Diffusionswiderstand des Systems zu verbessern.


Unterdeckbahnen

Die Unterdeckbahnen waren eine Revolution auf dem Markt der Vordeckungsprodukte in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Ursache war der Preisfaktor, der im Vergleich zu Dachpappen günstiger war wie auch das niedrigere Gewicht, das die Arbeitsbedingungen der Dachdecker erheblich verbessert. Das waren moderne, relativ feste Stoffe, die ordnungsgemäße Ausführung der Arbeiten gewährleisten. Jahrelang waren sie alternative für Dachpappen. Gleichzeitig waren auch hochdiffusionsoffene Unterspannbahnen und Membranen alternativ verwendbar, die leider wegen dem hohen Preis lange brauchten, um sich auf dem Markt als Standard durchzusetzen.

Eine der Ursachen, weshalb die Unterdeckbahnen mit niedriger Wasserdampfdurchlässigkeit im Rückzug sich befanden, waren die öfters vorkommenden Einbaumängel. Diese Fehler gingen auf die fehlerhafte Ausführung der Hinterlüftung zurück, was den Ruf der Produkte beeinträchtigte. Nicht ohne Bedeutung war die Tatsache, dass Dachgeschosse immer öfter als Wohnflächen baulich angepasst wurden. In der Vergangenheit, wenn der Dachgeschoss einfach der „Dachboden” war, bereitete die Feuchte im Dachraum je nach der Dachdeckung keine Probleme. Als der Dachboden und die Bauanpassungsmaßnahmen an Bedeutung gewannen und die Dachgeschosse für Nutzungszwecke saniert wurden, stellte sich heraus, dass die Vordeckung mit klassischer Technologie (Pappe, Unterdeckbahn mit niedriger Wasserdampfdurchlässigkeit usw.) und der Dachbereich meistens feucht waren, nicht selten auch von Pilz angegriffen, wo die Fäulnisprozesse fortgeschritten waren. In diesen Fällen war der Eingriff in die Dachkonstruktion erforderlich. Die häufigste Ursache der Feuchtigkeit im Dachbereich und auf dem Dachboden war fehlerhafte und ausbleibende Belüftung. Gleichzeitig wurde die Planungsarbeit und Ausführung entsprechender Hinterlüftung, genauso wie Produkte zur Unterstützung der Belüftung immer wichtiger. Heute ist allgemein bekannt, dass jede Form der Vordeckung ihre Funktionen erfüllt,. Wenn dies ordnungsgemäß geplant, ausgeführt und betrieben wird (zum Beispiel Schutz vor unter die Dachhaut eindringenden Fremdkörpern, die die Hinterlüftung beeinträchtigen können). Heute kennzeichnet die Vordeckung sicherlich Arbeitsaufwand, Gewicht, Preis (Kosten der Vordeckung, Kosten der Holzschalung oder Einsparungen, wenn es diese nicht mehr gibt) und Wärmeeffizienz je nach der Art der Lüftung (doppelt hinterlüftete Schlitzen – unterhalb und oberhalb der Vordeckung - trägt zur Abkühlung des Dachbodens bei, als wenn wir nur eine Lüftung haben, die sich oberhalb der Vordeckung befindet).


Hochdiffusionsoffene Unterspannbahnen (Dachmembranen)

Der Stoff, der den Baustoffmarkt sicherlich revolutionierte, sind hochdiffusionsoffene Unterspannbahnen, die auch als Dachmembranen oder Unterdeckbahnen, oder auch manchmal hochdiffusionsoffene Dachfolien genannt werden. Der niedrige Diffusionswiderstand der Unterspannbahn übt sehr gut die Funktion der Diffusion des Wasserdampfes und gleichzeitig schützt den Dachgeschossbereich vor Feuchtigkeit- und Wassereintritt.

Die Unterspannbahnen müssen nicht hinterlüftet werden, weil sie praktisch keinen Wasserdampfwiderstand haben. Dadurch wird die gedämmte Fläche durch die üblicherweise zu verlegte Lüftungsschlitze nicht abgekühlt. Diese Stoffe sind auch verhältnismäßig leicht und erleichtern die Montage und dadurch verringern die Arbeitskosten, da man keine Holzschalung braucht. Je nach dem Typ wird auch die extrem hohe Wasserdichtigkeit gewährleitet (Wassersäule) und entsprechende Lebensdauer. Diese Produkte sichern dauerhaft den Dachbodenbereich und die Dachkonstruktion selbst und sind günstig. Damit wird das Dachgeschoss mit Nutzräumlichkeiten stabil abgesichert.

Diese Produkte sind sehr stark je nach Produktionsverfahren, eingesetztem Faser, Vlies, Veredelungszusatzstoffen (zum Beispiel UV-Stabilisierung), Typ der wasserdichten Schicht (Funktionsfilme), Schichten, oder Verbundwerkstoffe differenziert. Alle diese haben Einfluss auf die Qualität der Endprodukte, Preise, Dauerhaftigkeit und Funktionstüchtigkeit und können für den Dachdecker und Bauherrn bestimmte Vorteile bringen. Sowohl der Dachdecker als auch der Bauherr haben den Wunsch, das die Arbeit zügig und reibungslos geht und die Ergebnisse über Jahre störungsfrei dienen.


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